Wieviel Freundschaft braucht ein Leben?

Shownotes

Wolfgang Walter Wulle und sein Co-Host Dirk Hildebrand werfen in dieser Folge alles über Bord und tauchen direkt ein ins Thema Freundschaft: Was macht einen echten Freund aus, wie viele braucht man wirklich – und sind es am Ende Herz oder gemeinsame Erlebnisse, die zählen? Zwischen spontanen Gedanken, persönlichen Geschichten und einem Hauch Philosophie diskutieren die beiden, warum Freundschaft so viel mehr ist als Kontaktpflege oder Zahlen. Sie hinterfragen, ob wir unsere tiefsten Sorgen teilen müssen oder ob Aufschreiben manchmal genauso hilft. Dabei nehmen die beiden wie immer kein Blatt vor den Mund und bleiben authentisch, auch wenn es mal Meinungsverschiedenheiten gibt. Am Ende geht es um echte Verbindungen – egal, ob im Kopf, im Herzen oder irgendwo dazwischen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Mutig entscheiden und machen, der Podcast von Wolfgang Walter Wulle im Gespräch mit Gästen als eingespieltes Duo oder allein.

00:00:09: Drei Formate ein Fokus!

00:00:10: Und immer

00:00:11: wortstark.

00:00:13: Los geht's!

00:00:15: Montagmorgen fünf Uhr dreizig egal wo du auf der Welt bist es ist fünf Uhr dreißig wenn hier zu europäischer Zeit mittel-europäischerzeit der podcast live geschaltet wird.

00:00:29: und ja ich mache das immer weil man gefällt dass sie finde es immer toll montag morgen fünf vor drei sich stelle ich mir extra immer früher den wecker um meine neue folge zu hören.

00:00:39: ich höre selber rein.

00:00:41: also weil ich finde ist immer wieder toll dann mich selber zu hören und vor allem nein, den Dirk zu hören.

00:00:49: Und meinen Gast zu hören!

00:00:51: Und mich so hinein zu beamen in die Woche das wünsche ich euch auch.

00:00:55: kommt gut rein startet gut rein in die neue woche und ich start jetzt rein in diesen neuen podcast von dieser woche mit meinem cohost mit meinem freund dirrick mittlerweile.

00:01:07: Ich glaube, ich sehe mir schon freundlich geworden.

00:01:09: Das kann ich ohne Weiteres unterschreiben.

00:01:11: Weißt du wie ich die Definition von Freunde sehe?

00:01:14: Ja

00:01:14: erzähle!

00:01:15: Ich definiere Freunde insofern dass wenn Du mich jetzt anrufen würdest und würdest sagen das Du wirklich in Not bist Und ich finde Du erkennst an einem Freund ob er sich ins Auto setzt oder nicht?

00:01:28: Dirk, ich fühl mich geärt.

00:01:29: es würde ich für dich auch tun.

00:01:30: tatsächlich

00:01:31: ja.

00:01:31: Also ist jemand in Not und nur Du kannst demjenigen helfen und der sagt dir ganz ehrlich Wolfgang Ich brauche dich gerade.

00:01:39: Und wenn derjenige sich dann ins Auto setzt und fährt, dann ist er ein Freund.

00:01:42: Ich glaube wir können mal eine Podcast-Folge machen.

00:01:44: also ich würde es für dich auch tun.

00:01:45: drücken vielen vielen Dank!

00:01:46: Ich fühle mich wirklich sehr gut.

00:01:51: gerade damit bin ich davon dir höre zu wissen dass ich da auf dich zählen kann... ...und ich glaube wir könnten mal eine Folge machen über das Thema Freund Freund Freundschaft Kollege Kumpel.

00:02:07: Weißt du was, Wolfgang?

00:02:08: Das ist jetzt voll ungeskriptet und das können uns die Hörerinnen und Hörern jetzt glauben.

00:02:12: Aber wir hatten eigentlich etwas anderes vor aber ich schmeiß es jetzt um.

00:02:15: Lass uns doch... dieses lass uns doch die Frage jetzt machen!

00:02:17: Ja warum

00:02:17: nicht?!

00:02:18: Was glaubst Du?

00:02:19: wieviel Freunde im Leben man braucht?

00:02:21: Und muss das divers sein?

00:02:22: Braucht man Freundinnen und Freunde?

00:02:25: Auf jeden Fall.

00:02:25: also jeder Mensch sollte sowohl gleichgeschlechtliche als anders geschlechtlich wie ähm Nicht-geschlechliche Wie auch immer das definiert wird oder je nachdem wie sich jemand selber definiert.

00:02:41: Also die Werse

00:02:42: sollte daran nicht festgemacht werden, weil Freunde hat... Das ist für mich nichts Kognitives, Dirk.

00:02:50: Eine Definition eines Freundes einer Freundin oder wie auch immer ich das nennen möchte, möchte ich es mal geschlechtslos raus aus dem Geschlechtsdenken heraus definieren, weil das halt was mit Herzverbindung zu tun.

00:03:07: Das hat etwas mit Herzen und mit Sälen zu tun.

00:03:09: wie bin ich mit dieser Menschen verbunden?

00:03:12: Also wie fühle ich mich diese Menschen?

00:03:17: Ohne irgendwelche Sexualität und ohne irgendwelchen Dinge hiermit reinzubringen, überhaupt gar nicht.

00:03:23: Sondern wirklich wie fühle ich mich mit dieser Menschen verbunden?

00:03:28: Liebe ich diesen Menschen als Mensch, als Wesen Und ich denke da gibt es vielleicht auch dann so in verschiedenen Lebensphasen Auch unterschiedliche Freunde.

00:03:48: Ich habe ja einen besten Freund.

00:03:49: Also mein bester Freund, der Christian an dieser Stelle herzlich gegrüßt und wir können uns wirklich sagen Wir lieben uns aber das hat nichts mit Sexualität zu tun Sondern es hat was mit mit dieser menschlichen Verbindung zu tun.

00:04:07: Und bei ihm ist es genauso.

00:04:09: wenn ich ihn anrufen würde sei du christian nicht braucht dich?

00:04:12: Ich muss noch nicht mal sagen warum ich brauche dich und zwar So schnell wie möglich hier in Zürich und ich weiß genau egal, wo der ist.

00:04:22: Der sitzt sich entweder im Flieger oder ins Zug oder ins Auto Und dann isst er da und das gleiche würde ich für ihn tun.

00:04:29: Ja und es ist ja auch so wenn du wirklich befreundet bist und man wirklich eine Freundschaft hat die auch länger Also intensiv ist und tiefe Ebene hat Dann weiss man ja auch dass wenn derjenige sagt Ich bin wirklich in Not dass auch wirklich in not ist weil Man sagt das nur wenn es wirklich so wäre Und dann ist es auch eben so.

00:04:47: Aber nochmal die Frage hin, es gibt ja diese Theorie dass du nur fünf wirkliche Freunde brauchst im Leben.

00:04:52: was hältst du davon?

00:04:54: Oder würdest du's gar nicht an der Zahl festmachen?

00:04:56: aber man denkt ja man bräuchte viel mehr.

00:04:58: Vielleicht müssen wir da einfach auch bei Freund unterscheiden weil Es gibt das so eine Definition auch wo man sagt also Freundschaften muss man pflegen.

00:05:14: Da glaube ich Bedingt dran also mit Einschränkungen, weil wenn ich mit jemandem verbunden bin dann muss ich nicht mit dem permanent irgendwo etwas tun um zu sagen Ich muss die Freundschaft nähern.

00:05:36: Ich glaube die Freundchaft nähert sich dann aus sich selbst heraus Aus den Momenten wo man dann Kontakt hat.

00:05:45: Also ich glaube es kommt nicht auf die Häufigkeit der Kontaktpflege an Sondern es kommt auf die Präsenz und die Intensität, wenn man sich dann sieht oder hört an.

00:05:57: Und wie man sich austauscht!

00:05:59: Ist eher eine Energiesache, finde

00:06:01: ich?

00:06:01: Es ist eine Energie Sache und nicht eine Sache von Anzahl.

00:06:04: Ja mit den fünf Freunden.

00:06:05: natürlich würde ich auch sagen... Ich habe Freunde und ich hab Freundinnen aber wo ich mich dann auch intensiv austauschen kann Das ist ja auch eine sehr, sehr große Vertrauensfrage.

00:06:23: Wem vertraue ich denn meine intimsten und innersten Freuden und Sorgen an?

00:06:30: Also mit Freuden sind wir da eher großzügig im Umgang mit anderen Menschen aber mit den Dingen die uns wirklich innerlich berühren, bewegen, beschäftigen.

00:06:41: Ich habe übrigens zu genau diesem Ansatz letztens was sehr Spannendes gelesen.

00:06:47: Es gibt so Dinge, man sagt ja dass es einem besser geht wenn man Dinge die einem belasten einen Freund erzählt.

00:06:55: Und ich habe das lange Zeit als relativ unanalysiert stehen lassen und hab mir dann aber mal Gedanken gemacht und da gab es jemanden der gesagt hat ist eigentlich anders.

00:07:05: also Wenn wir zum Beispiel jetzt was auf dem Herzen liegen würde total Ja Dann kann ich dir das jetzt erzählen?

00:07:12: Und dann würdest du mich ein Stück weit besser gehen.

00:07:14: Du müsstest das natürlich verarbeiten was ich dir dann erzählt habe und würde es mitfühlen sein, und würde auch diesen Aspekt miterleben.

00:07:22: Und da gab es einen Gehirn-Forscher der gesagt hat den selben Effekt haben, wenn ich es aber nur aufschreiben würde.

00:07:30: Wenn ich es aufschreien würde, dann ist das oft derselbe Effekt als wenn ich sie mir erzählen hätte, mit dem großen Vorteil aber dass sich den anderen nicht reingeholt hab in die Geschichte.

00:07:43: Das ist natürlich nicht immer sinnvoll.

00:07:45: Manchmal braucht man ja auch einen Impuls von dem anderen, aber was ich spannend fand ist wenn es so eine Sache ist die sowieso nicht wirklich Aussicht hat auf Weiterentwicklung.

00:07:55: Sagen wir mal mich hat jetzt heute morgen meine Nachbarin total angeschrien weil ich die Mülltonne zu laut rausgestellt habe und das hat mich aus irgendeinem Grund belastet mich, dass du zahlt.

00:08:04: Dann hilft mir das überhaupt nicht jetzt dir das zu sagen um mit dir darüber zu diskutieren, weil man sieht ja schon wow das wird wahrscheinlich gar nicht so wichtig sein im Leben jetzt.

00:08:14: Da würde es zum Beispiel auch reichen wenn ich einfach aufschreiben würde wo ich habe mich irgendwie über die geärgert und so und so.

00:08:18: Weißt du?

00:08:19: Das hab' ich gelesen und da hat er gesagt dass wär's derselbe Effekt.

00:08:21: Das fand ich spannend!

00:08:22: Also

00:08:22: wenn Du werdest erzählt hättest dich natürlich gefragt um wieviel Uhr hast Du dir denn rausgefahren in die Mülltonne?

00:08:27: Und hattest Du vielleicht gesagt um fünf?

00:08:30: dann... Hätte ich gesagt, du, ich hätte dann einen Puls für dich.

00:08:33: Magst du den hören lieber?

00:08:35: Und da hätte ich gesagt probier es einfach mal später!

00:08:38: Also zu dem was sie vorhin gesagt hat mit dem Gehirnforscher... Da würde ich gern etwas dazu sagen.

00:08:46: Sehr gerne!

00:08:47: Weißt Du, es ist ja so eine Sache mit jemandem etwas teilen, mit jemanden etwas besprechen oder jemandem etwas mitteilen und Es gibt immer Sender und Empfänger.

00:09:00: Und jetzt kommt es natürlich darauf an, wie sehndest du das?

00:09:03: Was kommt beim Empfinger an?

00:09:04: Wie ist der Empfiger drauf?

00:09:06: Ist der Empfinder so drauf dass er emotional vielleicht gerade selber irgendwo ein Thema hat und emotional gerade nichts sehr stabil ist?

00:09:24: Dann eher in einen Mit Leid, dann in so eine Mitleids-Emotion reinkommt und mit dir mit leidet.

00:09:34: Oder ob er in ein Mitgefühlemotion kommt und mit ihr mit fühlen kann.

00:09:39: Und es ist ein sehr sehr großer Unterschied wie ich dann selber damit umgehen kann.

00:09:46: Das ist das Eine was da natürlich ganz ganz wichtig ist weil daraus entscheidet sich natürlich auch wiederum wie er zu dir sendet Wo du dann empfänger bist zu dem, was du vorher gesendet hast.

00:10:00: Also du meinst das wenn derjenige zum Beispiel sehr selbstreflektiv ist, sehr im Balance mit sich ist?

00:10:04: Dann kann er das trotzdem verarbeiten ohne dass sie sofort mit leidet und dass er sofort auch negative Emotionen spürt sondern er kann es ganz gut verpacken und sagt sich oh das ist eigentlich da komme ich mir klar Er

00:10:14: könnte dann natürlich sehr viel besser dissoziiert bleiben und ist nicht so asoziat weil wenn er asoziat ist dann zieht ihn da rein Und dann leidet er unter Umständen auch mit.

00:10:31: Das mit dem Papier hat natürlich ein Vorteil, das draufzuschreiben, da ist niemand der dir einen blöden Ratschlag gibt.

00:10:35: Des Papier gibt dir keinen Ratschlag und es ist eben wieder wichtig wenn der Empfänger zum Sender wird... ...ist er eher so ein Ratsschlaggeber?

00:10:51: So nach dem Motto ich weiß es genau wie's geht!

00:10:53: Ich weiß es besser.

00:10:56: Oder ist er dann wirklich ein Impulsgeber?

00:10:59: Also nach dem Motto, ich hätte mal eine Idee.

00:11:01: Magst du die hören also so diese wirklich klassische wertschätzende Kommunikation nicht mit der Tür ins Haus sondern da wirklich auch so Mit rein zu fühlen aber dissoziiert zu bleiben also Nicht dann auch selber in die gleiche Emotion zu kommen wie der der jetzt In dieser emotion nahlaufgefühlten Situationen drin steckt.

00:11:29: Übrigens auch sehr spannender Aspekt, finde ich in dem Zusammenhang ist dieses Thema Übergriffigkeit also wo man unreflektiert ins Gespräch mit seinem Freund vielleicht sogar also je nachdem was es für ein Freund ist oder bekannter oder kumpel wir haben auch über Arbeitskollegen und so gesprochen Es gibt ja diesen Begriff der Übergrifflichkeit wo man einfach ohne zu fragen was raushaut, was den anderen ziemlich durcheinanderwürfelt oder sogar noch weiter geht und ... ... den Konflikt beeinflusst.

00:11:56: Nehmen wir mal an ich hab jetzt ein Problem mit meinem Chef so... Ich habe das jetzt in meinem Mitarbeiter also der mit mir zusammenarbeitet gesagt und er sagt sich dann auch ich klär das jetzt mal mit dem Chef und dann sagt man ah ne mach nicht mach nicht.

00:12:09: aber da geht einfach und macht das so.

00:12:10: Es gibt ja diese Übergriffigkeit die sich ja unreflektiert durchsetzt und so dass ist ja ein Aspekt der wirklich

00:12:19: Wir hatten ja in der Folge, wir haben mal eine Folge aufgezeichnet, wo wir über Deutschland und Schweiz und die Unterschiede auch gerade im Unternehmertum gesprochen haben.

00:12:29: Und da hatten wir das ja auch schon angetönt dieser... Angetönte!

00:12:34: Ja, das war jetzt schweizerdeutsch, gell?

00:12:36: Mein Gott hey mein Sohn Dominik würde ich jetzt wieder sagen Papa du kriegst dich die schwäbische Staatsbürgerschaft aberkannt.

00:12:49: Nein, das haben wir da schon angesprochen.

00:12:55: Dass ja oft einfach der Deutsche sehr direkt ist mit der Tür ins Haus fällt und dann eben auch mit Ratschlägenwinner um ... Wir sagen ja nicht, ich bitte dich um einen Rat.

00:13:12: Sondern ich möchte dir was mit dir teilen und dann kann ich auch meine Idee mein Impuls mit ihm teilen aber auf eine Art und Weise nicht das musst du so machen oder es ist doch klar dass dir das so passiert ist und Das funktioniert nicht weil das ist kontraproduktiv und ich denke gerade auch unter Freunden also unter wirklichen freunden Sollte des oder findet es umso mehr wertschätzend statt, wenn wir dann wirklich mit dem Herz verbunden sind.

00:13:46: Ich finde es gibt auch... ich habe das in Bezug auf Beziehungen gelesen.

00:13:50: Liebesbeziehung.

00:13:53: Dass man merkt, dass man eine ideale Liebes-Beziehung hat ist, dass mal zusammen weinen, zusammen lachen und zusammen wachsen kann.

00:13:59: Das fand ich ganz schön so diese drei Sachen.

00:14:01: Ich find' da kannst du auch auf Freunde beziehen?

00:14:03: Also auf wirkliche Freunde.

00:14:05: und aber ich finde es gibt auch manchmal so kumpelsfreunde, wo du diese Ebene gar nicht möchtest.

00:14:12: Also wo du sagst da hast einfach Spaß mit das macht genau dieses.

00:14:16: Du weißt du triffst dich mit demjenigen?

00:14:18: Und da wird's nicht intensiv oder tiefgründig oder so sondern bleibt auf einer schönen oberflächlichen Ebene weil vielleicht auch mal die ganze Woche so intensive Sachen hattest.

00:14:26: ne sowas gibt ja auch.

00:14:27: Ich kenn hier jemand der hat ganz unterschiedliche Freundinnen.

00:14:32: also Der hat eine Freundin mit der Reister, dann hat er ne Freundin.

00:14:36: Mit der geht er immer toll essen.

00:14:38: also die ist auch so ein Gourmet wie er auch.

00:14:42: Dann hat er eine Freundine mit der macht er Sport und mit der gehter Skifahren, mit dem macht er alles Mögliche.

00:14:50: Und ja und so weiter.

00:14:56: Ich weiß nicht wie ich mir dieser Geschichte umgehen soll.

00:14:59: Ja das ja einfach stehen.

00:15:02: Ich finde, das kann jetzt jeder selber mit sich ausmachen.

00:15:06: Das ist sehr gut!

00:15:09: Aber ich finde es allein schon schön, wenn man zwischendurch mal innehält und die Menschen in seinem bekannten Familienkreis sich vor Augen führt wie man da so hat und sagt, wie ist denn da überhaupt die Ebene?

00:15:25: Und so eine schöne Form der Selbstreflexion.

00:15:28: Es ist ganz spannend, weil du hier die Familie mit reinbeziehst.

00:15:32: Also diese Familie in der wir hineingeboren sind, die werden wir ja nie los.

00:15:40: Mit der bleiben wir hier immer verbunden.

00:15:44: Auch wenn man uns darüber mal Gedanken macht und es gibt da so diesen alten Joke mit Tante Erna und Onkel Ernst, passen sie eigentlich noch in mein Leben oder nicht?

00:15:56: Da können wir eine Meinung dazu haben Und wir können dann auch sagen, okay zu Tante Erner und Onkel Ernst haben einfach keinen Kontakt mehr.

00:16:04: Weil die mir nicht passen aber wir werden immer mit denen verbunden bleiben.

00:16:07: Die können wir nicht aus unserem... Also spätestens bei irgendeiner Beerdigung werden wir Tante Ernern und Onkel Ernst wieder begegnen also entweder wenn sie in der Kiste liegen oder wenn sie am Grab stehen von irgendjemand anderem aus der Familie.

00:16:19: Du sagst das ist eine Verbundenheit?

00:16:21: So, aber ich finde die Verbundenheit ist eine Form der Perspektive.

00:16:24: Es kann ja sein dass sie diese Verbundenkeit gar nicht fühle auch wenn sie faktisch da ist weil es familiär oder blutsbedingt oder was mit jemandem auch nennt.

00:16:31: Aber wenn das einem ja vom... wie soll ich sagen vom seelischen her von der Perspective her egal wäre dann hat es ja keine Bedeutung.

00:16:41: Okay, da muss jetzt vielleicht ein bisschen mehr eingrenzten.

00:16:43: Tante und Onkel ist dann vielleicht ein bißchen zu weit bluzmässig weg Ja?

00:16:48: Aber Mutter Vater Kinder Schwester, Bruder.

00:16:53: Das sind die ganz engen.

00:16:55: Also da sollten wir schon wirklich versuchen gelingende Beziehungen zu haben und auch Konflikte, die da vielleicht drin liegen, wirklich anzugehen weil... Wir beschäftigen uns sonst sowieso damit.

00:17:13: Ich glaube es wird jetzt sehr philosophisch, weil es ja auch darum geht am Ende was man auf der Welt so hat und welche Verbundenheit es überhaupt gibt.

00:17:22: Da kann man unterschiedliche Meinungen sein, das ist ja gerade das Schöne.

00:17:26: Das macht's ja so spannend darüber...

00:17:28: Ich hatte die Ehre und die große Freude meinen Masterstudium der kognitiven Neurowissenschaften mit Professor Roth zu machen.

00:17:38: Und Professor Roth leider verstorben finde ich viel zu früh, er hatte noch soviel was er da hätte noch bewirken können.

00:17:50: Er hatte ja zwei Promotionen, einmal Promotion in Neurobiologie und das andere in Philosophie und es war natürlich extrem spannend im Austausch mit ihm nicht unbedingt im Hörsaal sondern eben wenn man mal so gesprochen hat weil Es gibt durchaus tolle Parallelen zwischen der Hirnforschung und der Philosophie.

00:18:21: Und jetzt, beides als Wissenschaften gesehen klaffen sie doch auch irgendwo weit auseinander und haben dann trotzdem aber viel Gemeinsames.

00:18:38: Ich finde es extrem spannend dieses Thema dieses Thema Freund oder Freundschaft auf der einen Seite neurobiologisch zu sehen.

00:18:49: was passiert da im Gehirn mit Neurotransmitter, mit Hormonen im Körper und so weiter.

00:18:57: Und was löst dann was aus?

00:18:59: Was löst denn diese Verbindung aus?

00:19:00: also gerade dieses Bindungshormonoxytozin das ja immer wieder als Kuschelhormone auch bezeichnet wird in gewissen populärwissenschaftlichen Umfeldern.

00:19:19: Und auf der anderen Seite dann aber auch philosophisch, also sprich was hat das mit der Seele zu tun?

00:19:26: Mit der Seelehre des Menschen und wie... Was heißt da eigentlich Verbundenheit und Verbindung?

00:19:34: Mache ich diese Verbindung rein fest an an neurobiologisch beweisbaren Oxytozinverhältnissen im Körper und Serotonin- und Dopamin?

00:19:45: oder was hat es da vielleicht doch auch noch philosophische Hintergründe oder Verbindungen, die wir nicht messen können?

00:19:58: wo wir uns nicht an den Apparat hängen können und sagen, guck mal.

00:20:03: Dieses Zentrum im Gehirn ist jetzt besonders aktiv des Feuerdezts richtig und deswegen sind die Menschen verbunden.

00:20:13: Da gibt es auch noch so diese vielleicht nicht beweisbaren Dinge, die wir wahrnehmen dann einfach, wo wir einfach sagen ja Das ist jetzt mal eine tiefe Verbindung, ohne das genau definieren zu können und sagen zu können.

00:20:31: Aus dem und dem Grund und aus dem und den beweisbaren Grund... ...ist es jetzt eine tieve Verbindung?

00:20:40: Du kennst ja meine, sag mal schnell, meine Einstellung oder

00:20:46: bzw.,

00:20:46: du kennst mich ja ich bin ja Team Philosophie eher als Teamwissenschaft.

00:20:50: Also wenn mich einer fragt wie würdest du's prozentual ansetzen dann bin ich hochprozentig bei Philosophie.

00:20:59: Also erkenne die wissenschaftlichen Erkenntnisse an, ja aber ich glaube dass sie die Bedeutung in vielen Bereichen in der Philosophier höher anzusetzen sind.

00:21:09: Ah ja?

00:21:10: Warum?

00:21:11: Weil ich so bin.

00:21:12: also ich höre immer auf mein Bauchgefühl und ich denke dann immer so Ja Wissenschaft hat Erkenntnisse, die sind oft kurzfristig nur richtig zu bewerten.

00:21:21: Es gibt immer Standardabweichung, es gibt immer Wahrscheinlichkeiten für Nicht-Richtig und in der Philosophie gibt's das ja nicht.

00:21:28: aber da kann man jetzt auch fleißig drüber diskutieren.

00:21:31: Aber mein Bauchgefühl sagt mir ich bin eher in der Richtung unterwegs.

00:21:34: Ja das mit der Philosophy ist ja so.

00:21:36: Ich glaube also wie ich jetzt Philosophies deuten würde, ist ja nicht im gleichen Sinn in die Wissenschaft wie jetzt Physik oder Biologie oder Chemie wo ich ja irgendwie irgendwelche Experimente machen kann in irgendeinem Labor.

00:21:54: Es gibt da kein Philosophielabor in dem Sinne also in dem Verständnis eines Labors aus den klassischen Wissenschaften wie eben heraus aber sie können natürlich durchaus auch wissenschaftlich betrieben werden.

00:22:10: Also, das ist mir alles schon klar.

00:22:11: Ich will damit nur sagen... ich bin ja Fußballer und wenn es jetzt zwei Teams gäbe hier du kommst zum Fußballplatz auf der einen Seite wäre ein Team Wissenschaft oder dann sein wir ein Team Philosophie Dann würde ich das Trikot von der Team Philosophi anziehen.

00:22:20: Also eher geistniswissenschaftlich

00:22:22: Ja aber auch eher also.

00:22:26: Es gibt ja viele Dinge die man nicht erklären kann Und die kann man jetzt als Wissenschaft bezeichnen oder nicht?

00:22:29: Na

00:22:29: gut, da haben wir auf der eine Seite die Naturwissenschaften Nur auf der anderen Seite die Geisteswissenschaft.

00:22:34: Da zwischendurch gibt's bestimmt auch noch was!

00:22:36: Ich finde mal muss nicht immer allem Namen geben.

00:22:38: Wie gehen wir Menschen neigender zu allem einen Namen zu geben?

00:22:41: Manche Dinge brauchen auch gar nicht bezeichnet.

00:22:43: Weiß ich bin sowieso davon überzeugt, dass unser Gehirn viel zu begrenzt ist um alles wahrzunehmen und überhaupt alles zu erfassen was es überhaupt alles gibt.

00:22:52: Na da bin ich anderer Meinung!

00:22:53: Ich glaube das unserer Gehen schon alles mögliche wahrnehmen kann aber die Kapazität wird nicht ausschöpfen.

00:22:57: Ich sehe das Gehirne eher so als Supercomputer der von einem Nutzer bedient wird der nur zehn Prozent des Gehens benutzt.

00:23:04: Aber weißt du was?

00:23:05: Das ist jetzt eine extra Folge

00:23:07: Ist eine extra Folge, aber ich muss da trotzdem was dazu sagen.

00:23:09: Kann es nicht ruhig sein?

00:23:11: Ob du das jetzt hören willst oder nicht... Unser Gehirn und darüber müssen wir uns einfach im Klaren sein ist kein Datenspeicher!

00:23:19: Unsere Gehirne ist ein Erlebnisspeicher.

00:23:23: Ich wiederhole das nochmal weil's wichtig ist.

00:23:25: Unsergehirn ist kein Datenspeicher sondern ein Erlebnisspeicher.

00:23:29: Wir speichern keine Daten, sondern wir speicheren Erlebnisse.

00:23:32: Also wenn es um Datenspeicher geht dann ist unser Gehirn einfach das lahmste langsamste Medium überhaupt wo wir Daten abspeichern können.

00:23:46: aber wir speuchern erlebnisse ab und zwar Die Erlebnisse, die eine emotionale Bedeutung haben oder die uns emotional in irgendeiner Weise berührt haben.

00:23:58: Ich sage dazu einfach immer nur Nein-Eleven!

00:24:02: Die meisten Menschen kennen die Daten nicht mehr von Nein-eleven was da passiert ist aber Sie können sich erinnern wo sie waren wie sie sich gefühlt haben und wo sie das gesehen haben, wo sie diese Bilder gesehen haben.

00:24:13: Das ist ein Erlebnis dass es forever gespeichert.

00:24:15: also grundsätzlich ist ja jede Sekunde unseres Lebens gespeicher.

00:24:21: Ja, wir können das nur ein ganz vieles nicht mehr erinnern.

00:24:24: Und da braucht es einen emotionalen Trigger und plötzlich ist es wieder da!

00:24:28: Das führt dann eben genau dazu dass wir dann genau in einer Situation plötzlich reagieren und gar nicht wissen warum wir in der Situation jetzt so reagieren weil es nur ein Tricker war zu einem emotionalen Erlebnis das gespeichert ist und daraus eine gewisse Reaktion entsteht.

00:24:44: Nicht kognitiv sondern aus der Emotion her.

00:24:48: So das muss ich jetzt sagen.

00:24:49: Nein, es ist auch okay.

00:24:50: Also ich schreibe das ja alles was du sagen willst und ich habe das Beispiel des Computers nicht gewählt weil ich glaube dass unser Gehendatensprecher ist sondern einfach nur um das Bild klar zu machen.

00:24:58: Das könnte jetzt auch eine Schüssel mit einem Millionen kleinen Glaskugeln sein und wir würden nur mit den ersten Hundert obendrauf spielen.

00:25:03: so aber ich weiß das was du gesagt hast kann ich natürlich zu hundert Prozent nachvollziehen.

00:25:09: Weißt du auch so?

00:25:11: Das ist Freundschaft einfach andere Meinungen sein dürfen

00:25:14: Und nicht sauer zu sein!

00:25:15: Du Sack Sag bitte auch ein ganz sanftes Schimpfwort, damit ich mich nicht so schlecht fühle.

00:25:26: Du Dumpfbacke!

00:25:28: Damit kann ich leben.

00:25:29: So haben wir uns jetzt beide beleidigt.

00:25:32: Ach wie eine schöne Folge.

00:25:33: dafür, dass das komplett spontan war?

00:25:34: Finde ich ja auch.

00:25:36: Ja, der Hinweis nochmal auf die Schweiz-Deutschland-Folge, die du gegeben hast fand ich gut weil halt da mal rein.

00:25:42: Spannend was der Wolfgang da so erzählt

00:25:45: und auch was der Dirk erzählt über Deutschland.

00:25:47: Es ist auch sehr interessant, für Schweizer mal zu hören was der Dirk als Nordrhein-Westfale darüber erzählt.

00:25:54: Was

00:25:54: er so tönt!

00:25:55: So Wolfgang du musst jetzt Tschüss sagen?

00:25:57: Tschüss

00:25:57: ich sage es Tschüss also Tschüss für die Woche, Tschüss in die Woche.

00:26:02: habt's gut startet gut durch.

00:26:05: und ja lasst auch mal hören was vielleicht So ein kleines Feedback an Türik und an mich, was ihr da so mitgenommen habt oder ob er überhaupt einig geht damit was Freundschaften und Freunde anbetrifft.

00:26:20: Habts gut!

00:26:35: Ciao!

00:26:36: Auf den Punkt.

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