Worte, die wirken: Warum echte Kommunikation mehr als gute Fragen braucht

Shownotes

Was macht ein Gespräch wirklich gut? Sind es die richtigen Fragen, echtes Zuhören oder vor allem die Fähigkeit, im entscheidenden Moment den vorbereiteten Plan loszulassen? In dieser Folge von MUTIG ENTSCHEIDEN UND MACHEN spricht Wolfgang Walter Wulle mit Thorsten Sleegers, bekannt als langjähriger RTL-Reporter bei „Punkt 12“, Moderator, Coach und Podcaster. Seit mehr als 30 Jahren führt Thorsten Gespräche vor Kameras und Mikrofonen – und hat dabei gelernt, dass Vertrauen, Empathie und Authentizität oft wichtiger sind als perfekte Formulierungen. Thorsten erzählt von bewegenden Begegnungen aus seinem Reporterleben, von der Verantwortung, die mit journalistischer Arbeit einhergeht, und von einem außergewöhnlichen Lawinen-Selbstexperiment, das ihm eindrücklich gezeigt hat, wie wenig im Leben wirklich planbar ist – und warum es sich lohnt, den Moment bewusster zu genießen. Außerdem geht es um die Kraft von Worten, um Ruhe und Präsenz in Gesprächen und darum, warum wir unserem Gegenüber wieder bewusster zuhören sollten, anstatt gedanklich schon die nächste Antwort vorzubereiten.

Hier findet ihr die Social Media Kanäle von Thorsten:

Facebook: https://www.facebook.com/Sleegersfanseite/?locale=de_DE

Instagram: https://www.instagram.com/thorsten_sleegers_official/?hl=de

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/thorsten-sleegers/

Hier kommt ihr zum Podcast von Thorsten „Wirkstoff Worte“, bei dem auch Wolfgang zu Gast war: Wirkstoff Worte

Und hier noch der Link zum Projekt von Roland Buß

Transkript anzeigen

00:00:00: Mutig entscheiden und machen,

00:00:02: der Podcast von

00:00:03: Wolfgang Walter Wulle im Gespräch mit Gästen als

00:00:06: eingespieltes Duo

00:00:08: oder allein.

00:00:09: Drei Formate ein Fokus!

00:00:10: Und immer...Wottsteig!

00:00:13: Los geht's!

00:00:15: Guten Morgen es ist wieder Montagmorgen, die Woche liegt vor uns.

00:00:20: Der Motivationsschub von Wulle kommt wieder pünktlich um fünf Uhr dreißig in dein Ohr.

00:00:27: Ich wünsche dir, liebe Hörerinnen und Hörern eine ganz fantastische Woche.

00:00:33: Stadtkommt rein und kommt gut am Ende wieder an und macht das Beste draus!

00:00:40: Heute spreche ich mit einem Mann der seit über dreißig Jahren dort arbeitet wo Worte nicht nur gesprochen werden sondern Wirkung entfalten vor der Kamera hinter dem Mikrofon und vor allem in der Begegnung mit Menschen.

00:00:55: Kostens Lägers?

00:00:57: ist mein Gast heute und ist vielen als RTL Reporter aus der Sendung Punkt zwölf bekannt.

00:01:03: Er is Moderator, Coach und Podcaster ein erfahrener Medienprofi, der nicht nur beobachtet sondern genau hinschaut aufmerksam zuhört und mit seinen Fragen dorthin geht woaus einem Interview ein echtes Gespräch entstehen kann.

00:01:23: In seinem Podcast Wirkstoffworte beschäftigt er sich mit der Kraft unserer Sprache und mit der Frage, warum manche Worte vertrauenschaffend während andere Menschen verschließen.

00:01:38: Denn Wirkung entsteht nicht allein durch die richtigen Sätze sondern durch Klarheit Haltung und echte Präsenz.

00:01:47: wir sprechen heute darüber Warum Nicht Die Laudesten Überzeugen Sondern Die Klarsten Was Unsere Stimme über unseren inneren Zustand verrät und was ein gutes Gespräch wirklich braucht, damit es Menschen nicht nur informiert sondern auch berührt.

00:02:06: Und Thorsten ist ja gerade in einer ganz ganz spannenden neuen Phase der Orientierung als Podcaster- und Videopodcaster dieses Geschäft aufzubauen macht jetzt ein Jahr Fernsehpause wie er mir verraten hat um sich seinem hier neuen Fokus zu widmen und ich freue mich sehr auf das Gespräch mit dir, lieber Thorsten über Worte, Wirkung, Präsenz und die besondere Kunst Menschen wirklich zu erreichen.

00:02:38: Herzlich willkommen, Lieber Thorsten!

00:02:40: Vielen Dank, lieber Wolfgang für die wertschätzenden Worte zur Einleitung.

00:02:45: Für die Einladung.

00:02:47: und ja du hast immer aus dem Herzen gesprochen denn Kommunikation ist immer schon ein Riesenherzenthema für mich gewesen und wird es auch sicherlich bleiben?

00:02:56: Ja das habe ich auf so meiner Recherche natürlich auch raus gekriegt und ich bereite mich auch immer sehr gerne auf so einen Podcast vor weil ich möchte dass da wirklich auch was für die Hörerinnen und Hörern dann am Ende drin liegt.

00:03:10: und Tossen, du arbeitest es seit über dreißig Jahren vor der Kamera.

00:03:15: Was hast Du in dieser Zeit über Menschen gelernt?

00:03:19: dass dir keine journalistische Ausbildung hätte vermitteln können?

00:03:25: Dass man genau hinhören muss erstmal das ist eine Grundvoraussetzung die man mitbringen muss.

00:03:30: also es ist eine gewisse Empathie erforderlich um überhaupt erst mal dahin zu kommen, dass man wirklich gute Gespräche führen kann.

00:03:38: Das ist ein blödes Wort aber ich glaube es trifft ganz gut das man Menschen öffnet, dass Menschen überhaupt bereit sind mit dir zu reden.

00:03:47: denn man muss sich ja auch vorstellen... Ein Gespräch vor der Kamera oder vor dem Mikrofon ist ja ganz anders als wenn wir jetzt entspannt im Garten oder auf dem Sofa sitzen mit einem Gläschen in der Hand und locker plaudern.

00:03:59: Da ist eben dieser Körperkamera, da ist dieses schwarze Loch was für viele Menschen erstmal so ein bisschen angsteinflößend ist oder sie zumindest einen Stück weit nervös macht.

00:04:08: Und meine Aufgabe ist es erst mal nicht in erster Linie als Journalist reinzukommen und sagen so will ich das machen wir das sondern erst einmal als Mensch darzusitzen dem die Gesprächspartner vertrauen und die dann sagen Mensch des Legers is ja wirklich ganz normaler Typ mit dem rede ich gerne.

00:04:23: und irgendwann ist an der Moment wo die Ja Menschen die ich interviewe Kamera und Mikrofon vergessen, das ist tatsächlich so nur noch in einem ganz engagierten und vertraulichen Gespräch mit mir sind.

00:04:37: Und wenn das passiert dann kannst du für die Serbs festhalten.

00:04:40: ich habe es genau richtig gemacht.

00:04:43: Schön!

00:04:45: Das gibt es so etwas wo Du schon in den ersten Sekunden im Gespräch, in dem Interview mit einem Menschen erkennen kannst ob der Mensch wirklich präsent ist oder lediglich eine Rolle spielt.

00:05:00: Den Blick entwickelt man irgendwann tatsächlich.

00:05:03: ja, das entwickelst du also du lernst immer dazu.

00:05:06: Ich habe sehr früh mit der Moderation angefangen.

00:05:09: ich war vierzehn Jahre alt und hab dann auf diversen Stadtfesten Modenschauen moderiert.

00:05:16: Ich hab Musikveranstaltung moderiert, aber auch Menschen auf der Bühne schon interviewt weil man das immer schon Spaß gemacht hatte und während des Abiturs war mir dann noch irgendwann klar ich möchte dass irgendwann wirklich beruflich machen Und dann entwickelst du schon ein Gespür dafür.

00:05:29: ja also Du merkst es ganz oft bei Menschen die in Ja ich muss jetzt mal überlegen die so in Positionen sind wie etwa Presselsprecher oder Presselsprecherinnen Ja da merkst du beispielsweise auch ganz schnell was sie sagen dürfen, was die sagen wollen oder sagen müssten.

00:05:47: Das ist aber auch ganz normal, es gibt ja nun mal diese Vorschriften.

00:05:51: Aber das ist glaube ich ganz gut.

00:05:52: um sich einfach mal vorzustellen wie jemand unterschiedlich antwortet?

00:05:55: Da kommt jemand der weiß genau, Journalist XY wird mir sicherlich die und die Fragen stellen und dass und das antworte ich darauf.

00:06:02: Das ist was anderes als wenig ein persönliches Gespräch mit jemandem gehe, der vielleicht aufgrund einer besonderen persönlichen Situation sagt Mensch da möchte ich gerne, dass darüber berichtet wird und da bin ich jetzt auch bereit mit einem Reporter drüber zu sprechen.

00:06:14: Der öffnet sich ganz anders in einem Gespräch.

00:06:17: Es gibt aber auch gerade bei öffentlichen Geschichten wie Presse-Sprecher ganz viele Kollegen, die wirklich aus dem Bauch aus und die spontan antworten.

00:06:27: Das gibt es auch.

00:06:27: Aber ich wollte das jetzt mal so ein bisschen als vergleichen.

00:06:29: Ich glaube, dass kann sich jeder ganz gut vorstellen, wozu man trennt zwischen einer formellen Antwort und einer doch recht spontanen Antwort.

00:06:39: Spannend!

00:06:40: Spannende!

00:06:40: Und in dem Zusammenhang... Thorsten, was unterscheidet denn so eine professionelle Medienpräsenz von echter menschlicher Präsenze?

00:06:51: Also so diese professionele Medienpräsens wie du gerade beschrieben hast mit dem Pressesprecher und das ist ja nicht wirklich ne echte menschliche Präsense sondern da hat sich darauf vorbereitet.

00:07:04: Da kommt natürlich auch immer drauf an um was es geht, was überhaupt gesagt werden darf, soll oder muss aber was unterschaltet.

00:07:14: Das lustige ist, dass ganz viele Menschen bevor die Kamera oder das Mikrofon angeht total normal sind.

00:07:20: In dem Moment wo wir sagen okay wir starten jetzt mal die Aufnahme dann ist es wie ein Schalter und dann steht er auf einmal vor den komplett anderen Mensch der sich komplett anders verhält, komplett anders redet und dann denkst du dir so mensch also vorher war das eigentlich besser.

00:07:35: ich sag dann aber auch ganz oft ich sage so wie wir uns eben unterhalten haben eben diese Frage von ihnen beantwortet wurde.

00:07:41: Das war viel besser, das war total authentisch.

00:07:43: wenn es für sie okay ist lass uns den Text nochmal drehen.

00:07:45: so was ich bei mir selber vorstelle muss ich sagen dass meine Medienpräsenz sich nahezu gar nicht von meiner menschlichen normalen Präsenzen unterscheidet.

00:07:55: du kriegst ja auch immer so des Feedback wenn ich irgendwo hingehe und Dreharbeiten habe und mit Menschen rede dann kriege ich oft diesen Satz zu hören und das freut mich total dass die Sachen Mensch tauschen Genauso wie im Fernsehen.

00:08:09: und dann sage ich immer, ja das ist auch mein Anspruch weil ich möchte mich nicht verstellen.

00:08:13: Weil für mich ist es ganz ganz wichtig in erster Linie authentisch zu sein.

00:08:17: Jetzt bin ich natürlich in einer Rolle als Fernsehreporter.

00:08:20: da muss ich mich auch nicht großartig verstellen oder gar nicht, weil ich gehe ja zu den Menschen hin.

00:08:24: Ich darf so sein wie ich bin Sitzig beispielsweise als Nachrichtensprecher in einem Studio, wo ich auch... Du siehst es gerade.

00:08:32: Ich bin jemand der sehr viel Körpersprache, der sehr viele auch mal rumhampelt beim Reden-Sendung ist.

00:08:37: Da musst du ruhig sitzen!

00:08:38: Ich habe damals angefangen mit Nachrichtenmoderation und mein damaliger Chefredakteur hat immer die Krise gekriegt.

00:08:43: Er sagt Torsten wenn du jetzt nicht mehr ruhig sitzen bleibst und die Hände auf dem Tisch legt dann takke ich die fest.

00:08:48: ja also das ist was anderes.

00:08:50: man muss sich natürlich den Situation anpassen auch so von der Art wie man wirkt aber so als Reporter über ganz viele Dinge berichtet, die auch oft so mitten aus dem Leben kommen.

00:09:00: Gesundheit, Ernährung, Sport, Selbsexperimente... Da bin ich halt wirklich so wie ich auch ohne Kamera bin und da fühle ich mich sehr wohl in dieser Rolle.

00:09:11: Schön schön du danke für deine Offenheit hier.

00:09:14: und in dem Zusammenhang habe ich da gleich noch eine andere Frage dazu was ist denn Und es ging ja gerade auch darum, um die Tiefengespräche.

00:09:24: Es geht um das Authentischsein in einem Interview auch.

00:09:30: Was ist für ein tiefes Gespräch wichtiger, Thorsten?

00:09:33: Die richtige Frage des wirkliche Zuhören oder der Mut den vorbereiteten Plan loszulassen?

00:09:42: Weil gerade das Beispiel, das du ja beschrieben hast zählt genau darauf ein.

00:09:47: Deswegen habe ich grad die Frage so gestellt.

00:09:50: Was meinst du?

00:09:53: Denke es ist eine Kombination aus allem, von allem ein bisschen sag ich mal.

00:09:58: Natürlich ist es wichtig die Frage so zu formulieren dass du auch von jemandem der jetzt nicht super Medien erfahren ist oder möglicherweise das erste Mal vor einer Fernsehkamera steht ne gute Antwort zu bekommen.

00:10:12: Wenn du jetzt jemanden fragst geht es ihn gut heute?

00:10:16: Dann sagt er ja.

00:10:18: wenn ich aber hier eine Frage war ja heute viel los.

00:10:21: beschreiben sie doch mal wie war denn so ihr morgen?

00:10:24: dann musste halt mehr antworten als ja.

00:10:26: das heißt du musst schon beim formulieren der frage natürlich dir überlegen dass dir dann gegenüber nicht nur ja nein oder geht schon sagt sondern dass er schon ein bisschen mehr ausholten paar meine setze spricht da.

00:10:37: das ist etwas das lernst du natürlich auch.

00:10:40: das ist auch was ich beispielsweise als coach jungen kollegen weiter gebe.

00:10:45: ich habe auch viele jahre an der journalisten schule Kolleginnen und Kollegen trainiert vor der Kamera.

00:10:51: Wie stelle ich Fragen?

00:10:52: Wie ist meine Präsenz, also sowohl Körpersprache als auch Formulierung?

00:10:57: das ist schon wichtig aber Ich bin auch ein großer Freund davon wenn ich Dreharbeiten habe.

00:11:02: manchmal kommt zu die Frage Ja wer aber super wenn sie uns vorher schon mal so die fragen schicken die sich stellen werden dann sage ich immer ich kann ihnen grob schicken worauf ich eingehen möchte.

00:11:13: aber ich sage Grundsätzlich formuliere ich Fragen nicht aus, weil ich habe in meiner Anfangszeit als Reporter mal den Fall gehabt.

00:11:21: Da hat jemand wirklich seine Antworten auswendig gelernt und das hast du natürlich ein zu eins gemerkt, aber null Authentizität da.

00:11:28: von daher würde ich sagen ja gut überlegen wie formuliere ich meine Fragen gerne spontan sein und auch mal desgegenüber unvorbereitet treffen.

00:11:40: man kann es immer noch ausschneiden im Bild wie im Ton Aber die erste authentische Reaktion, das ist die, wo man dran bleibt.

00:11:48: Schön!

00:11:50: Ja sie ist ja oft eine Kombination aus verschiedenen und es war jetzt wirklich toll, toll erklärt also wirklich lebendig.

00:11:57: ich habe dich auch so lebendige auf dem Schirm weil wir sind ja liebe Zuhörer Wir sehen uns leider nicht persönlich.

00:12:03: Das wird bald wieder sein nämlich im September werden wir uns wieder persönlich am Bodensee sehen für eine Produktion.

00:12:09: Aber Thorsten ist einfach sehr lebendig vor der Kamera, so wie du das gerade gesagt hast.

00:12:14: Ich kann das gerade so richtig mitfühlen, wie damals deine Hände auf den Pult getackert wurden.

00:12:22: Lieber Thorsten bei Punkt zwölf Begegnest du ja Menschen oft in außergewöhnlichen belastenden oder sehr persönlichen Situationen?

00:12:31: Wie gelingt es dir Nähe herzustellen ohne dabei aber die Grenze zu überschreiten?

00:12:40: Ja, wenn ich jetzt mal so zurückblicke auf fast dreißig Jahre Reporter-Tätigkeit.

00:12:45: Aktuell hat was ja gerade schon gesagt konzentriere ich mich auch für meine zweite große Leidenschaft Podcast, Videopodcast.

00:12:53: aber ich habe natürlich viele viel Erinnerungen.

00:12:56: bei mir ist es auch so wenig durch Deutschland fahre über die Autobahn kann ich dir fast an jeder Autobahn ausfahrt sagen da hab' ich das und das gedreht, da habe ich so das fotografische Gedächtnis und erinnere mich natürlich auch an besondere Gespräche, an besonderen Menschen.

00:13:09: Und es war schon auch oft so, dass ich mit einem kleinen Klos im Hals beim Menschen ins Haus gegangen bin.

00:13:16: Weil ich wusste die haben gerade was ganz Schlimmes erlebt oder den geht das grade nicht gut.

00:13:21: und dann muss man schon vorsichtig sein.

00:13:25: Man muss sehr empathisch sein und nicht jetzt so im Fokus haben oder der muss mir jetzt aber unbedingt diese Frage so beantworten, weil das muss ja irgendwie so auch wirken im Fernsehen.

00:13:38: Oder wo auch immer ja?

00:13:39: Oder in der Öffentlichkeit ist es so dass ich... Das ist so mein Tool!

00:13:44: Das kann ich mal aus einem ganz praktischen Alltag erklären.

00:13:47: Ich mache es grundsätzlich so, dass ich natürlich im Vorfeld immer mit den Menschen telefoniere.

00:13:51: Dass man sich am Telefon mal gehört habe.

00:13:53: und wenn ich dann irgendwo hinkomme also wenn wir jetzt mal beim Thema Dreharbeiten laden natürlich kann ich da jetzt fallmäßig in die ins Detail gehen aber mal ein bisschen allgemein das sage ich warum an der Journalistenschule Dann ist es so da kommt ja unheimlich viel Equipment an.

00:14:06: Wir sind zu dritt das ist mein Kameramann Das ist ein Tonassistent oder eine Ton Assistentin Und ich also zu drit Dann kommt da Licht, dann wird Licht aufgebaut im Wohnzimmer.

00:14:15: Dann kriegen die Menschen mit denen ich rede, die kriegen ihre Mikrofone angeklebt ja?

00:14:19: Dann sind natürlich die Kollegen vom Kamerateam, die erklären das ist das und hier stellen wir eine Kamera hin, da kommt ne Kamera hin.

00:14:25: Die sind der ersten Ausgang ein bisschen überfordert und denken Gott es will was passieren jetzt hier!

00:14:29: Also ich mach's so bevor wir diesen ganzen Krempel aus dem Auto in die Wohnung Gorderns Haus holen sage ich auch meinen Kollegen jetzt gehen wir erstmal rein wir sagen erst mal hallo dann trinken wir meistens ein Wasser oder einen Kaffee zusammen, plaudern erstmal ohne dass irgendwas technisches aufgebaut wird.

00:14:42: Weil ich möchte das die Menschen mich erst mal in einer ganz natürlichen Situation treffen.

00:14:47: damit wird schonmal die erste Scheuhe in der Regel abgelegt und ich sage auch immer im ersten Gespräch pass auf Ich weiß es ist unter Umstände belastende Situation für euch wenn ich eine Frage stelle die jetzt wehtut oder wo sie den Eindruck haben Die wühlt mich zu sehr emotional auf oder sie sind auch mit ihrer Antwort nicht zufrieden.

00:15:07: Ich sag dann sagen Sie das bitte, dann machen wir das nochmal oder ich schneide es raus.

00:15:11: also das muss schon auch klar sein den Menschen dass die auch mal ja vielleicht sich versprechen dürfen oder sagen Mensch das habe ich jetzt nicht so erzählt wie es eigentlich erzählen wollte als auch ein bisschen das Gefühl und die Sicherheit zu geben.

00:15:24: das was ich jetzt sage Ja das darf ich vielleicht auch nochmal wiederholen ja also erst mal so eine gewisse vertrauensbasis bilden und dann irgendwann ist der punkt dann sagen wir ok ja prima, dann machen wir das so.

00:15:35: dann holen jetzt mal die sachen rein unter.

00:15:38: filmen wir mal so step by step ab und das funktioniert ganz gut weil du nimmst die menschen erstmal ein bisschen mit an die hand in einem medium dass sie sonst eben selber so persönlich nicht kennen, dass sie so in der öffentlichkeit stehen.

00:15:48: Das kann bei dem einen sehr schnell gehen das kann aber auch mal eine halbe stunde dauern.

00:15:53: also das habe ich auch schon erlebt.

00:15:54: aber du musst diese geduld mitbringen weil je schöner und desto besser ist am ende des ergebnis wo alle mit zufrieden sind

00:16:00: ja toll du danke und da gab es bestimmt auch mal so in dieser Arbeit, die du da ja gemacht hast.

00:16:09: Gab es bestimmt auch mal eine Antwort oder ein Moment der dich so berührt hat?

00:16:14: Dass du deine journalistische Rolle für einen Augenblick vergessen hast.

00:16:19: Ja, da gab es.

00:16:21: das Gute ist muss ich sagen dass ich gerade bei Punkt zwölf ein wunderbares Team an meiner Seite hatte.

00:16:29: Das ist immer über die ganze Zeit und das finde wirklich eine große Dankbarkeit, das war so Family Feeling.

00:16:36: Das heißt man konnte sich immer wunderbar mit den Chefs austauschen und Kollegen austauschten über Dinge die einen so belasten.

00:16:44: ich hatte mal einen Fall wo ich überein Tötungsdelikt berichtet habe und mit den Eltern eines ermordeten Jungen geredet habe.

00:16:54: Das ist eigentlich so ein Themenfeld, das habe ich nie so als Reporter machen wollen auch eigentlich nie so bedient.

00:17:02: Ich war eher der bunte Vogel in Punto Selbsexperiment.

00:17:05: Ich probiere das mal aus aber da ist es tatsächlich so gewesen dass diese Familie gezielt ihre Geschichte erzählen wollte um in der Öffentlichkeit richtig wahrgenommen zu werden.

00:17:17: vielleicht war's auch so Ja, so eine Möglichkeit einfach damit umzugehen das zu verarbeiten und da wurde gezielt der Wunsch geäußert dass ich bitte dann als Reporter kommen soll.

00:17:28: Weil sie mich kannten weil sie offensichtlich meine Art mit Menschen zu reden mögen Und das war für mich natürlich ein großes Kompliment weil Sie mir das eben zutrauen über diese unfassbar schlimme Situation zu reden.

00:17:40: auf der anderen Seite habe ich sehr lange nachgedacht Ich glaube über zwei Wochen Ob ich das überhaupt kenne?

00:17:45: Ich bin ja auch Vater und der Verlust eines Kindes, was Schlimmeres kann für mich nicht passieren.

00:17:51: Und ich habe dann aber gedacht wenn ich jetzt über diesen Fall berichte mit den Eltern rede und es hilft ihnen in irgendeiner Form, dann mache ich das!

00:18:01: Aber hab dann gemerkt dass mir die Geschichte so unfassbar nahe gegangen ist Ja, dass ich irgendwann diese Gefühle nicht mehr so wirklich steuern konnte.

00:18:11: Also das hat mich mental unfassbar und nachhaltig lange belastet.

00:18:15: dieses Gespräch dieser Dreh Wo ich dann dachte boah also das ist schon

00:18:21: wo

00:18:21: schaffe Ich es jetzt diese Distanz als Journalist und als Mensch zu wahren?

00:18:26: Und das war in diesem speziellen Fall für mich manchmal nicht möglich.

00:18:32: Das glaube ich dir weil das sind natürlich Momente da Ich glaube, das war eine der Begegnungen wo man spürt.

00:18:41: Jetzt reicht journalistische Professionalität nicht mehr.

00:18:46: Hier braucht es jetzt vor allem Menschlichkeit und deswegen haben sie dich ja auch geholt und es hat schon was gemacht mit dir.

00:18:52: also ich merke es jetzt auch wenn du es erzählst dass sind ja auch Momente die bleiben.

00:18:57: unser Gehirn ist ja kein Datenspeicher unsere Gehirne ist ein Erlebnisspeicher und solche Erlebnisse prägen Die bleiben.

00:19:07: Und sie leeren natürlich, muss ich sagen, denn es sind ja auch gewisserweise extreme Erlebnisse und ich habe aber trotz Alledäne, obwohl das in dieser Zeit belasten für mich war, auch gelernt wie mit künftigen vergleichbaren Situationen besser umgehen, um mich selber mental besser zu schützen.

00:19:28: Das ist dann so eine Essenz die man raus sieht letztendlich.

00:19:32: Ja.

00:19:33: Was geschieht denn damit dir selbst, wenn du Geschichten nicht nur recherchierst sondern das Leben der Menschen dahinter unmittelbar dann erlebst?

00:19:44: Also es ist ja die Recherche und dann erlebt man ja diese Menschen.

00:19:47: da kommt dann genau diese ganze Emotionsgefühlmengenlage dazu.

00:19:53: Es sind ja immer durchweg schöne Begegnungen muss ich sagen also dass was ich eben erzählt habe war ein Beispiel ganz, ganz heftige Schicksale hat.

00:20:03: Ganz oft ist es aber so dass ich ja zu den unterschiedlichsten Themen unterwegs bin.

00:20:07: das können ja ganz fröhliche Themen sein.

00:20:09: das können auch Geschichten sein wo Menschen sich durch die Öffentlichkeit erhoffen mit einer Situation besser klarzukommen wo sie alleine nicht weiterkommen sei jetzt Probleme mit den Behörden und dem Vermieter wie auch immer wo ich dann auch ganz auf Fälle übernommen habe und versucht habe als Reporter zu vermitteln, weil die Fronten verhärtet waren.

00:20:30: und jetzt bin ich aber niemand der irgendwie so polternd unterwegs ist.

00:20:34: Und direkt irgendwie ans nächste Rathaus klopft und sagt Mensch was macht ihr denn da?

00:20:38: Das geht auch gar nicht!

00:20:39: Ich versuche auch erst mal mit allen Beteiligten natürlich ins Gespräch zu kommen und da schon meine Tür zu öffnen, weil ich dabei Zeugung bin dass ein ruhiges Gespräch, ein sachliches Gespräch erstmal das Allerwichtigste ist um im Endeffekt eine Lösung zu kriegen.

00:20:53: Nicht wenn ich direkt irgendwo hingehe und versuche irgendwem Vorwürfe zu machen.

00:20:57: Mein Job als Journalist und der Job aller Journalisten ist es ja erst mal sorgfältig zu recherchieren, sich alle Seiten anzuhören.

00:21:04: Und dann eben zu gucken was habe ich für Möglichkeiten... ...zu helfen?

00:21:08: Zu vermitteln!

00:21:12: Geschichten hatte.

00:21:13: Die war schon recht groß, weil ich mit dieser Art Mit Menschen zu kommunizieren ganz gut gefahren bin und wir da sehr oft schöne Erlebnisse hatten.

00:21:22: Und ich habe er dann die Leute mit denen Ich dann zusammen war für die ich mich angesetzt habe natürlich erlebt vom ersten Drehtag an bis zu dem Tag Wo wir denn eine schöne Lösung hatten.

00:21:30: und das um auf deine Frage zurückzukommen Dann eben dieses Leben der menschen hautnah mitzubekommen Ist dann jedes Mal total schön und das ist die schönste Belohnung.

00:21:39: Und die schöneste Freude, die man aus einem Projekt mitziehen kann wenn sich das alles gelohnt hat.

00:21:44: Wenn man sagt Mensch guckt mal jetzt haben wir es doch irgendwie hingekriegt?

00:21:47: Dann ist auch oft so dass ich dann Wochen oder Monate später immer noch meine Nachricht oder eine kurze Mail bekomme.

00:21:54: Oder sei es der kurze Kommentar auf Instagram wo da nochmal so ein Gruß kommt und wo ich denke Mensch guck mal das ist das Schöne gehts gut und das freut mich dann total war.

00:22:02: natürlich schwingt da eben auch ganz viel Emotionen und persönliche Freude mit, wenn was gut ausgegangen ist.

00:22:08: Ja schön total cool!

00:22:11: Wie gehst du damit um jetzt gerade mal auf den anderen Fall zurückzukommen?

00:22:14: Auf diese dramatische Situation?

00:22:17: wie gehst Du damit um, wenn so eine Reportage etwas in dir auslöst dass nach dem Ende der Dreharbeiten nicht einfach verschwindet?

00:22:27: Bei mir war es tatsächlich so, dass ich mich mit meinem Kameramann ausgetauscht habe.

00:22:32: Nicht nur während der Dreharbeiten sondern auch danach weil auch er ein sehr empathischer emotionaler Mensch ist.

00:22:38: Wir ticken da sehr ähnlich und wir haben eigentlich jetzt sage ich eigentlich gerade dieses Wort weil man eigentlich nicht sagen kann.

00:22:46: Wir haben uns in meiner Podcast-Folger genau darüber gebeten aber so antoppt man sich wieder.

00:22:52: Weil er genauso tickt wie ich und wir hatten uns in dieser Zeit danach regelmäßig Darüber unterhalten.

00:22:57: Ich habe gefragt, wie sie studen das?

00:23:00: Das hilft schon!

00:23:01: Man merkt dann schon wenn man das nicht in sich rein frisst sondern sich austauscht mit Menschen die ähnlich das wahrgenommen haben oder einen gut verstehen.

00:23:11: Mit nahestehenden Menschen ist es total wichtig dass auch einfach mal so raus zu hauen und auszusprechen Und das hat mir sehr geholfen das doch irgendwann mit einer gewissen Sachlichkeit zu sehen und für mich zu sagen ja Das war eine belastende Erfahrung, aber ich habe auch gelernt wie ich mit belastenden Erfahrungen umgehe.

00:23:31: Ich habe aber auch gelernt dass es definitiv nicht die Themenfarbe ist, die ich als Reporter in erster Linie bedienen möchte weil ich der lebensbejahende Mensch bin und von der Thematik her dann doch lieber die etwas fröhlichen leichteren Themen mache.

00:23:49: das heißt nicht dass es an der Oberfläche ist aber wo es dann doch irgendwo eine gewisse Leichtigkeit mit sich hat

00:23:57: Ja gut, man kann ja auch leichte Themen in der Tiefe betrachten.

00:24:01: Und gibt es da irgendwie etwas wo du sagst, das war mal so ein Selbstexperiment, wo du nicht nur als Beobachter warst sondern wo du selbst zum Teil der Geschichte geworden bist und wo dein Bild von dir selbst am stärksten verändert hat?

00:24:22: Ja ich habe sehr, sehr viele Selbstexperimente gemacht.

00:24:25: Also da war es auch immer so dass ich dann eben der rote Faden der Geschichte war.

00:24:29: Ich hab fast eine Experimente gemacht um zu gucken wie fühlt sich das an einem Körper?

00:24:33: die deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat mich mal über Bord geschmissen und mich alleine in der Ostsee treiben lassen weil ich mal testen wollte Wie ist denn das so als Schiff Brüchger?

00:24:43: Und wenn du dann irgendwo so in den Wellen bergen unterwegs bist und du siehst kein Land und kein Schiff mehr Das ist schon krass.

00:24:49: Ein Experiment, das mich nachhaltig geprägt hat.

00:24:51: allerdings war ein Lawinen-Experiment in der Nähe von Salzburg im Skigebiet.

00:24:58: Da war es so wir wollten mal gucken wie ist denn das eigentlich wenn man von der Lawine verschüttelt wird?

00:25:03: Wie reagiert man?

00:25:05: ist man machtlos gegen seine Panik und was tut man um auf sich aufmerksam zu machen?

00:25:10: Jetzt konnte ich mich natürlich nicht von einer echten Lawine verschütten lassen.

00:25:13: Wir haben dann zusammen mit der Bergwacht in Waag rein, das ist ein ganz nette Skijörtchen näher Salzburg wo auch einen sehr guten Freund habe, der Bürgermeister ist und hat mir angeboten dieses Experimenten mit der Berghacht zu machen.

00:25:24: Und da war es so, dass die Bergwärts in Schiegebiet so eine Grube gegraben hat.

00:25:30: Da konnte ich mich dann reinlegen samt Skiklamotten und dann haben sie's mit Schnee wieder zugeschüttet.

00:25:36: So zwanzig dreißig Zentimeter reichen schon aus und du fühlst dich wirklich wie ein Betonier.

00:25:41: Du kannst nichts mehr bewegen!

00:25:44: Ich hatte einen Funk-Mikrofon angesteckt, wir haben auch den Funkcheck gemacht dass mein Tonkollege mich hören kann und ich hatte lediglich vor meinem Gesicht so eine kleine Höhle gegraben mit der Hand wo eine kleine Kamera ist.

00:25:56: Eine kleine Actioncam drin stand damit man mich eben auch in diesem eingeschlossenen Schnee sehen konnte.

00:26:01: das waren so diese typischen grünlichen Nachtsichtbilder.

00:26:04: dann im Endeffekt.

00:26:06: Und da haben wir eben geguckt was passiert?

00:26:09: Wir hatten ne Challenge es waren zwei Berg Retter mit Lawinenhunden da, die mich dann gesucht haben.

00:26:17: Versus was war das andere?

00:26:19: Ich glaube ein Tracker oder einen Piepser und wir wollten gucken was geht jetzt schneller?

00:26:23: also wenn so ein Piepsa die Warnung auslöst oder ob die Hunde losziehen?

00:26:27: darum ging's und ich lag dann da Und du verlierst irgendwann komplett den Bezug zur Zeit, weil in dem Moment wo die letzte Schneeschaufel drauf war es Toten still.

00:26:37: Ich wusste man hört mich.

00:26:39: ja also der Kameramann da draußen gefilmt hat gedreht hat mit der Bergwart gesprochen und die haben gesagt Ja an der Torsten liegt jetzt so zu viel Minuten darunter.

00:26:47: Jetzt passiert im Ernstfall normalerweise das okay.

00:26:49: ich wusste Irgendwann wird man mich daraus holen.

00:26:53: Trotzdem wenn du nichts mehr hörst wie einbetonierter liegst und ist so Toten Stilles waren wirklich Totenstill.

00:26:59: Da hatte Unfassbar Probleme gegen diese Panik anzukämpfen.

00:27:04: Ich habe dann dieses Box-Breathing gemacht, also dieses Einatmen halten langsam Ausatmen und meine Herzfrequenz runterzufahren.

00:27:11: Ja das ist aus dem Militär, es ist bekannt auch Und hab' dann das so ein bisschen dazu genutzt dass ich nicht zu... Also große Atemzüge mache weil dadurch da sich eingegraben war ist der Schnee so ein Bisschen geschmolzen über mir über meinem Rücken führte dazu Dass das auch so nach und nach mehr auf mich gesagt ist.

00:27:31: Das heißt die Beklemmung durch diese Schneemassen auf mir, die wurden immer spürbarer und das war dann schon komisch?

00:27:38: Ich habe dann irgendwann gesagt... Durch mein Mikrofon ich sag Jungs, ich glaube es reicht!

00:27:43: Ich weiß jetzt nicht wie lange ich hier schon drin bin aber ich hatte meine Füße nicht mehr gespürt.

00:27:48: Die waren eisekalt.

00:27:49: Ich sage mach mal auf bitte holt mich jetzt mal raus.

00:27:53: Es passiert aber nichts.

00:27:54: Und ich dachte, oi was ist jetzt los?

00:27:56: Ist mein Mikrofon ausgefallen und ich sag wieder Jungs.

00:27:59: Hallo bitte!

00:28:02: Du kannst jetzt drüber lachen aber damals war es dir sicherlich nicht zum Lachen.

00:28:04: Es

00:28:05: war... Ich habe wirklich versucht nicht in Panik zu geraten weil ich wusste schon also dass irgendwann werden sie aufmachen.

00:28:10: ja die wissen auch man hält so eine gewisse Zeit da aus ich hab genug Luft bekommen das war überhaupt kein Problem.

00:28:16: Irgendwann merkte ich, es wird heller und dann habe ich die Hunde-Nase auf meinem Rücken gespürt.

00:28:20: Tatsächlich war der Bergrad mit dem Hund als erstes bei mir an dieser inszenierten Unfallstelle.

00:28:26: Ich glaube, ich hab mich noch nie so gefreut ein Hund in Namen nehmen zu dürfen weil ich so froh war dass er gute mich da gefunden hat.

00:28:32: Und als ich im Nachhinein diese Aufnahmen angesehen hab... habe ich eben mitbekommen, dass es offensichtlich eine Tonstörung gab.

00:28:40: Weil ich hab dann in der zweiten Kamera gesehen das der Kollege den Kopfhörer in der Hand hatte und irgendwas mit dem Kabel am Drehen war.

00:28:46: Dummerweise aber genau in der Situation oder in den Momenten wo ich mit ihm sprechen wollte.

00:28:51: Das heißt er konnte mich gar nicht hören weil da sein Kopfhörper gar nicht aufm Kopf hatte.

00:28:55: Und boah!

00:28:56: Und das war so die Situation.

00:28:58: Ich weiß auch nicht wie auf dieser Beitrag gezeigt wurde letztendlich in sämtlichen Sendungen Aber das war so authentisch, weil diese aufkommende Panik ... Ich hatte das ja dokumentiert mit meiner eigenen kleinen Actioncam da drin.

00:29:10: Da hab ich selbst beim Zuschauen noch naster Hände bekommen.

00:29:15: Ich hoffe, ich konnte es ein bisschen anschaulich erzählen aber das war wirklich so'n Ausnahmeland.

00:29:19: Und was hat es dann dem Bild von dir verändert?

00:29:23: Ja, was hat's in mir verändert?

00:29:25: also das hat in erster Linie verändert dass man nicht auf alles Einfluss haben kann... Ich dachte vorbereitet in dieses experiment gegangen, ich dachte na gut da draußen sind die bergretter dem notfall eingreifen Zwei weitere sind mit ihren hunden auf den weg zu uns und wenn irgendwas ist dann werden die jungen schon reagieren so das jetzt natürlich genau in dem moment diese tonprobleme passieren Darüber habe ich gar nicht nachgedacht.

00:29:50: Ich hab mich so abgesichert gefühlt Und es zeigt mir einfach so übertragen aufs leben.

00:29:54: man kann noch so gut planen oder glauben ach es ist alles super von Jetzt auf gleich in der nächsten sekunde kann hat alles anders sein.

00:30:01: Das sollte man sich viel öfter vor Augen halten.

00:30:04: und heißt für mich auch, dass man auch gewisse Dinge in dem Moment wo man sagt boah ist das jetzt schön.

00:30:10: Und wir sind im tollen Urlaub oder guck mal ist das ein toller Blick aufs mehr während ich hier meinen Sundowner in der Hand halte einfach Dinge in den Moment genießen bewusst genießen und sich immer wieder klar machen ja wer weiß es kann nächstes Jahr was ganz anderes sein dann hast du es nicht mehr.

00:30:27: also bewusster leben in dem moment aber auch Dinge die man unbedingt gerne mal machen möchte, nicht großartig aufschieben.

00:30:34: Also es ist vielleicht so eine Platte Lebensweisheit aber dieses einfach mal Machen das klingt jetzt vielleicht dramatisch.

00:30:41: Aber in dem Moment habe ich echt gedacht ja und was wäre wenn's jetzt schief gegangen wäre?

00:30:45: oder was wäre?

00:30:45: Wenn das jetzt ein tatsächlicher Skiunfall gewesen wär Hättest du nicht mit gerechnet?

00:30:50: aber dann wirst Du ja nicht rausgekommen.

00:30:52: Und dass war jetzt in dem moment keine Todesangst.

00:30:54: aber es hat mir zumindest vor Augen geführt wie schnell auch etwas vorbei sein kann oder könnte?

00:31:02: Ja, lebe im Moment.

00:31:05: Genau.

00:31:06: Wertschätze auch den Moment.

00:31:08: und wow das war jetzt wirklich ja... Damit hatte ich es nicht gerechnet.

00:31:16: und die Hörerinnen und Hörern haben bestimmt hier sehr bewegt zugehört weil man kriegt es immer mal so mitnehmen.

00:31:25: Man sieht es mal wieder Lawinenunglück Aber jetzt gerade so, dass mit dem Selbstexperiment sich da bereit zu erklären das mal zu machen.

00:31:35: Das ist ja schon auch so ein Ding.

00:31:38: Ist die Neugier in mir schlummert natürlich?

00:31:41: Das ist so mitgegeben als Reporter klar ich wollte es unbedingt mal Wissen.

00:31:45: wie ist das?

00:31:46: und natürlich war der Hintergrund ja auch die Botschaft einfach.

00:31:50: An den Menschen, die zum Skifahren oder zum Skivandern gehen passt bitte auf bleibt auf den Pisten macht nichts was euch in Gefahr bringt denn letztendlich es ist nicht nur die Gefahr dir ein selbst betrifft sondern im blödesten Fall geht irgendwo eine Lawina ab wo dann noch Unschuldige getroffen werden.

00:32:05: und damit wollten wir natürlich auch mit dieser Berichterstattung und wie schnell sowas gehen kann appellieren?

00:32:11: Prävention, dass wir auch der Bergwarten-Riesen anliegen.

00:32:14: Und das ist uns mit wirklich dieser ganz authentischen Art.

00:32:18: und dann diese Panne die dann auch noch so völlig ungeplant passiert ist natürlich auf eine sehr authentische Weise gelungen damals.

00:32:24: Klar,

00:32:25: ja Gott sei Dank sonst wären wir nicht hier jetzt.

00:32:30: Dost in deinem Podcast Wirkstoff Worte wo ich ja auch zu Gast sein durfte.

00:32:36: vielen dank auch an der Stelle nochmal für die Einladung.

00:32:39: Ich erinnere mich zurück, es war extrem spannend.

00:32:42: Noch gar nicht so lange her haben wir gerade vorhin gemacht.

00:32:47: Dort bezeichnest du ja Worte als Wirkstoff eine schöne Wortkombination Wirkstoff.

00:32:55: Welche Verantwortung trägt denn ein Reporter und Journalist dafür was seine Worte bei den gezeigten Menschen und beim Publikum auslösen?

00:33:05: Eine ganz große Verantwortung also.

00:33:07: Es geht ja zum Beispiel Ich habe ja vorhin schon mal so über die journalistische Sorgfaltspflicht gesprochen.

00:33:15: Die habe ich ganz früh gelernt, als ich German Mystik und Geschichte studiert habe damals in Aachen.

00:33:20: Dann bin ich von einer Stiftung in München als Nachwuchssjournalist gefordert worden, hab viele Seminare gemacht – das war was immer Thema war – die Worte-Wahl.

00:33:30: Also jetzt mal ganz einfach erklärt du kriegst vielleicht als Journalist egal ob für die Zartung fürs Radio-, fürs Fernsehen einen Auftrag überein verbrechen zu berichten so.

00:33:40: Dann gibt es einen Tatverdächtigen, dann geht's ja schon damit los dass du sagst Person XY soll heute morgen um acht Uhr den Tresor dieser Bank gesprengt haben.

00:33:51: das ist was anderes als wenn ich sage Person XY hat heute Morgen um acht uhr den Tressor dieser bank gespringen.

00:33:58: weil Es gilt erst mal die Unschulds vermutung ist muss er erstmal bewiesen werden und selbst Wenn man einen Menschen auf einem Fahndungsfoto erkennen und es offensichtlich ist.

00:34:08: Es ist ganz, ganz wichtig dass du den Konjunktiv nimmst in deiner Formulierung.

00:34:12: Soll überfallen haben?

00:34:13: Soll den Tresor beschädigt haben wie auch immer?

00:34:16: Das sind ganz entscheidende Worte weil da kannst du sehr schnell Probleme kriegen wenn du nämlich eine Formulierung veröffentlicht die einen Menschen der erstmal verdächtigt wird durch die Kommunikation als Täter bezeichnet.

00:34:32: Klar es ist ja noch nicht sicher das er der Täter ist.

00:34:35: ne

00:34:36: Genau

00:34:38: Das Beispiel erinnert mich gerade, ich habe vor einigen Wochen einen Podcast aufgezeichnet mit meinem lieben Speaker-Freund dem Roland Bus.

00:34:47: Roland ist Kriminalhauptkommissar AD, lebt in Bocholt und hat auch eben genau eine spannende Tätergeschichte erzählt über einen Raub.

00:34:59: Und das hat mich grad daran erinnernut!

00:35:02: Ich glaube was dich auch mit ihm verbindet Du isst und trinkst gerne.

00:35:07: Das haben wir ja in unserer ersten Begegnung am Bodensee gemerkt, ein feines Essen und ein gutes Gläschen Wein dazu.

00:35:16: Das ist was ganz Feines!

00:35:18: Das macht auch Roland.

00:35:19: Roland hat auch ein ganz tolles Projekt.

00:35:21: Da kann ich dir gern mal den Link zuschicken ins Leben gerufen und zwar er hat einen alten Molteniherd gekauft.

00:35:30: Molteniherte stehen in den Sterne Restaurants der Welt Und aus einem aufgelösten Sterne Restaurant hat er diesen Herd gekauft.

00:35:42: Ein Riesending, über zwei Tonnen schwer und veranstaltet dort jetzt als... Zunächst mal Experiment ist er jetzt einmal losgegangen und die ersten Erfolge sind enorm.

00:35:54: was da an diesem Herd passiert wenn Menschen sich zusammen begegnen und gemeinsam kochen und gemeinsam etwas erleben an so einem Komiherd.

00:36:06: Und ich schick dir da mal den Link dazu, ich verlinke das auch hier nochmal in den Show Notes weil das wirklich für mich auch ein tolles Projekt und auch das Interview mit ihm in der Lust hast du erst einmal rein.

00:36:18: Ich habe ganz viel Feedback bekommen wie toll das interview mit ihm war diese Mischung aus Kriminalistik und gut essen und gut trinken und das Leben genießen und im Moment sein.

00:36:28: und es passt sehr sehr gut zusammen.

00:36:32: Es ist ja auch oft so, gerade wo du das Thema Kochen essen ansprichst.

00:36:37: Ich mache zum Beispiel Interviews immer sehr gerne während man irgendwas tut.

00:36:43: also es gibt ja klar bei einigen Interviews da sitzt du dann gegenüber am Schreibtisch und du redest miteinander, du hast keinen großen Aktionsspielraum.

00:36:53: aber was nachgewiesenermaßen auch so ist wenn du jetzt zum Beispiel um jetzt mal beim Beispiel Koch vielleicht zu bleiben Wenn ich ein Interview mit einem Koch machen würde, würde ich mich niemals mit dem an den Tisch sitzen.

00:37:04: Wo wir fest da sitzen, fest getarkt hat um nochmal bei dem Vergleich zu bleiben sondern Ich würde immer mit ihm in Aktionen gehen.

00:37:10: Das heißt ich würde immer die Mikrofone anstecken An den Hemdkragen, an den Pulli wo auch immer oder Die Angel heißt es ja das Mikrofon dass von oben so kommt wie's beim Film hergenommen wird Und würde zusammen mit ihm was kochen und während dessen reden.

00:37:23: Weil wenn Menschen etwas machen Was sie eh lieten und was ihre Leidenschaft ist hier erzählen dabei erzählen sie viel authentischer, viel persönlicher, viel nahbarer als wenn Sie an einem Tisch sitzen wo Sie mehr oder weniger am Stuhl gebunden sind.

00:37:38: Und das muss man immer von Situation zu Situation abhängig machen.

00:37:42: aber in Bewegung, in Aktionen zu sein... Das ist ganz oft eine sehr tolle Möglichkeit um auch Menschen Nervosität zu nehmen und sie eben da abzuholen wo sie ihr eigener Experte sind.

00:37:55: Was ein toller Podcast mit dir.

00:37:57: Ich habe so Freude, ich könnte noch tausend Fragen stellen und aber eine möchte ich gerne noch stellen weil wir kommen jetzt echt zum Ende hin.

00:38:05: Ja Du hast ja schon Tausende Gespräche geführt Thorsten in den dreißig Jahren Und was würdest du sagen?

00:38:13: Was ist die größte kommunikative Selbsttäuschung des Menschen?

00:38:18: Die Kommunikative-Selbsttäuschen?

00:38:22: Ja...ich glaube das hat einfach damit zu tun, dass sich die Menschen ganz oft keine Zeit nehmen zum Durchatmen bevor sie losreden oder auf eine Frage antworten.

00:38:37: Das haben wir ein bisschen verlernt durch die Schnelllebigkeit auch in den sozialen Medien durch das Digitale.

00:38:43: Oft sprudelt es so aus Menschen raus.

00:38:45: ich erwische mich da auch ganz oft, dass ich zu irgendeinem Thema ganz schnell was sagen will und im Endeffekt denke Boah, was hast du da eigentlich erzählt?

00:38:52: Hättest du nicht mal irgendwie mal kurz durchschnaufen und den Gedanken bis drei zählen können.

00:38:57: Ich glaube es ist wichtig sich wieder mehr Zeit zu nehmen bevor ich irgendwas raushaue auch mal kurz nachzudenken wie kommt das jetzt beim anderen an Und andere Menschen auch bewusst dazu hören und nicht schon quasi während sie reden noch die Antwort formulieren?

00:39:14: Also ich wünsche mir wieder mehr Ruhe im Gesprächen.

00:39:17: Das braucht glaube ich auch ein bisschen Training Einfach oder man muss sich das immer wieder ganz bewusst sagen.

00:39:23: Und dann kommt Kommunikation auch ehrlicher raus und dann sage ich in meiner Antwort vielleicht was viel Authentischeres oder Ehrlicheres, als ich es so im ersten Effekt eben erzählen würde und dadurch vielleicht Kommunikationsgetäuscht wird.

00:39:39: So würde ich das für mich definieren.

00:39:42: Cool!

00:39:44: Noch eins torsten.

00:39:45: also zunächst mal viel viel herzlichen dank dass du so wirklich aus dem nähekästchen auch geplaudert hast und mit dieser offenheit und lebendigkeit ich dich hier wahrnehmen konnte.

00:39:56: und Danke, dass du da warst.

00:39:58: Also danke dass du mein gast warst Und was würdest du den höhrerinnen und höheren jetzt so für den rest der woche?

00:40:06: Wann auch immer der podcast

00:40:07: gehört wird.

00:40:09: aber was würdest du ihnen Mitgeben aus deiner Sicht als Journalist, als Fernsehreporter

00:40:18: mit

00:40:19: Situationen wo sie vielleicht nicht gerechnet haben umzugehen.

00:40:25: Erstmal nicht in eine Unmach zufallen erst mal sacken lassen und den Mut zu haben wenn ich merke ich bin jetzt im Gespräch momentan nicht so gewappnet oder ich fühle mich jetzt nicht in der Lage da wirklich sinnvoll rauszukommen den Mut zu haben.

00:40:45: Ja, spannendes Thema.

00:40:48: danke für deinen Angebot oder für deine Kritik habe ich so wahrgenommen aber bitte tu mir den Gefallen lass uns da später noch mal Ruhe drüber reden.

00:40:57: also auch den Mut haben sich vielleicht ausgesprächen das ganze nicht machen beim Vorstellungsgespräch oder wenn dein Chef dich rein zitiert und dir gerade eine Kritik gibt.

00:41:05: Aber es gibt ganz viele Situationen wo man finde ich über schnell reagiert Und Ich würde sagen Wenn man sich in dem Moment nicht bereit für ein wirklich gutes Gespräch, für eine gute Kommunikation fühlt den Mut zu haben.

00:41:19: Pass auf!

00:41:20: Gutes Thema rede ich gerne mit dir drüber aber nicht jetzt weil lass es uns bitte vertagen auf später, auf morgen und dann ganz in Ruhe.

00:41:28: das wäre mein Tipp

00:41:30: Super.

00:41:30: Das war auch vom Punkt Thorsten.

00:41:32: Vielen vielen herzlichen Dank.

00:41:34: Ich wünsche dir alles alles Gute.

00:41:36: Wir sehen uns ja bald, September ist ja bald.

00:41:38: Ich freue mich schon sehr darauf auf unsere Produktionen die wir da machen, Videoproduktion und viel Erfolg mit deinem neuen Projekt Podcast und auch Videopodcast.

00:41:52: Liebe Hörerinnen es war für mich... also ich bin fast sprachlos und das bedeutet bei mir was?

00:41:59: Weil ich wirklich tief bewegt war von dem Beispiel und den vielen Momenten Thorsten mit uns geteilt hat und ich wünsche eine ganz, ganz tolle Restwoche.

00:42:08: Kommt gut an am Wochenende!

00:42:10: Und ja wie Thorsten so schön vorhin gesagt hat genießt den Moment weil es kann im nächsten Moment schon anders sein und genießen wir den Moment und alles Liebe kommt gut an.

00:42:22: bis dann tschüss

00:42:25: Mutig entscheiden und machen der Podcast von Wolfgang Walter

00:42:29: Wulle

00:42:30: im Gespräch mit Gästen als eingespieltes

00:42:32: Duo oder allein

00:42:34: Drei Formate, ein Fokus.

00:42:37: So,

00:42:38: ich glaube das war's auf den Punkt!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.